Colmar: Fachwerkhäuser und der Isenheimer Altar

4 Juni 2026

Nach dem Frühstück fahren wir von Basel nach Colmar, das wir gegen Mittag erreichen. Wir spazieren durch die Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern und sehen uns die Sankt Martinskirche an.

Große, schöne Fachwerkhäuser.
In Colmar gibt es einige nette Plätze. Die Statue am Brunnen stellt Lazarus von Schwendi dar, der im 16. Jahrhundert den Habsburgern als General diente. Die Statue wurde im späten 19. Jahrhundert von Auguste Bartholdi geschaffen, dessen Museum wir uns etwas später ansehen werden.
Das reich verzierte Maison Pfister ist wahrscheinlich das hübscheste Haus in Colmar. Es wurde im 16. Jahrhundert gebaut.
Ein näherer Blick auf die Malereien an der Fassade des Maison Pfister.
Wir kommen an der Dominikanerkirche vorbei, die ein berühmtes Gemälde von Martin Schongauer beherbergt, der in Colmar geboren wurde und lebte. Leider war sie geschlossen.
Martin Schongauer wohnte in diesem Haus.
Eine Straße mit schönen Fachwerkhäusern.
Blick auf das Maison Pfister und die Sankt Martinskirche.
Blick auf die Sankt Martinskirche.
Ein gotischer Altaraufsatz (Retabel) im Inneren der Kirche.
Das Chorgestühl ist reich mit Schnitzereien verziert. Die Beleuchtung erzeugt eine besondere Atmosphäre.
Geschnitzte Figuren im Chorgestühl.
Figur einer Katze mit Mäusen.
Figur mit Elefantenkopf.
Affenfiguren.

Am Nachmittag machen wir eine Bootsfahrt durch den Teil der Altstadt, der treffend "petite Venise" (kleines Venedig) genannt wird.

Petite Venise. Man kann mit einem Boot wie dem am Foto durch die Kanäle fahren.

Wir haben nach der Bootsfahrt noch etwas Zeit, daher beschließen wir das Museum Bartholdi zu besuchen, das sich in dem Haus befindet, wo Auguste Bartholdi, der Schöpfer der Freiheitsstatue, geboren wurde. Ein Teil des Museums enthält die rekonstruierten Wohnräume des Bildhauers.

"Lusterweibchen" in Bartholdis rekonstruiertem Arbeitszimmer. Der Leuchter stellt ein barbusiges Meerweib dar. Es handelt sich wohl um ein Wortspiel mit der Ähnlichkeit zwischen "Luster" und "lüstern". Diese Art von Leuchter war im 16. Jahrhundert populär und kam dann aus der Mode, erfuhr aber im 19. Jahrhundert eine erneute Phase der Beliebtheit.
Im Esszimmer ist chinesisches Porzellan als Dekoration in die Wandtäfelung und Decke eingearbeitet.
Diese Gipsskulptur von Vercingetorix wurde 1902 in Clermont-Ferrand realisiert, das in der Nähe von Gergovia liegt, wo der gallische Feldherr seinen Sieg über die Römer errang.

Nach dem Abendessen machen wir einen kleinen Verdauungsspaziergang durch die Altstadt und bewundern das Maison des Têtes ("Haus der Köpfe"), das seinen Namen von den vielen Köpfen bekam, die die Fassade schmücken.

Das Maison des Têtes wurde im frühen 17. Jahrhundert erbaut.
Ein näherer Blick auf einige der Köpfe.

Am nächsten Tag sehen wir uns eine sehr interessante Ausstellung über Bücher in der Dominikanerbibliothek an und gehen dann ins Musée Unterlinden.

Brunnen im Kreuzgang des Musée Unterlinden. Das Museum befindet sich in einem aufgelassenen Kloster.

Das berühmteste Kunstwerk im Museum ist natürlich der Altaraufsatz für den Isenheimer Altar, dessen Tafelbilder Matthias Grünewald im frühen 16. Jahrhundert gemalt hat.

Diese Anordnung von Tafeln hatte der Altaraufsatz im geschlossenen Zustand: Der heilige Sebastian links und der heilige Antonius rechts, mittig die Kreuzigung und darunter die Beweinung Christi.
Auferstehung und Mariä Verkündigung. Die Auferstehung wirkt sehr modern obwohl sie aus dem 16. Jahrhundert ist und ist die Tafel, die mich am meisten beeindruckt hat.
Engelskonzert und Maria mit Kind.
Versuchung des heiligen Antonius und sein Besuch beim Eremiten Paulus.
Die Skulpturen am Isenheimer Altar wurden von Niklaus von Hagenau geschaffen. Die Statue des heiligen Antonius wirkt beinahe lebendig.

Aber der Isenheimer Altar ist nicht das einzige Meisterwerk im Musée Unterlinden: Ich bin überrascht als ich eine Darstellung der Melancholia von Lucas Cranach dem Älteren entdecke.

Melancholia von Lucas Cranach dem Älteren.

Es gibt noch viele andere Sachen zu sehen; zu viele für diesen Blog-Post, und sie verblassen auch etwas gegenüber Grünewalds Malereien. Nach dem Museum essen wir zu Mittag, dann fährt meine Freundin zurück nach Basel und ich fahre weiter nach Metz.

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