Nachdem ich den Tag in Metz verbracht habe komme ich am Abend in Straßburg an und lasse es damit bewenden mein Hotelzimmer zu beziehen, zu duschen und schlafen zu gehen. Am nächsten Tag spaziere ich über den Place Kléber zum Münster.
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Place Kléber ist Jean-Baptiste Kléber gewidmet, einem von Napoleons Generälen, der am Ägyptenfeldzug teilnahm und 1800 in Kairo ermordet wurde.
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Ein Blick auf die beeindruckende Westfassade des Münsters. Links im Bild ist das Maison Kammerzell zu sehen, ein reich mit Schnitzereien verziertes Haus aus dem 16. Jahrhundert, das eine weitere große Attraktion in Straßburg ist.
Die Westfassade des Münsters ist wahrlich Ehrfurcht gebietend. Sie hat eine Höhe von 66 Metern, und der Turm hat eine Höhe von 142 Metern, was das Münster bis ins 19. Jahrhundert zum höchsten Gebäude der Welt machte. Der Kontrast zur Kathedrale von Metz ist interessant: Während das Münster von seiner Westfassade dominiert wird und deutlich Richtung Himmel zeigt, beeindruckt die Kathedrale von Metz mit ihrem hohen Kirchenschiff und leuchtet von innen. Ich nehme mir Zeit um das Münster zu umrunden und seine Portale zu bewundern.
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Frontalansicht der Westfassade des Straßburger Münsters mit ihren drei reich verzierten Portalen und der Fensterrose.
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Die Statuen, die das nördliche (linke) Portal der Westfassade flankieren stellen Tugenden dar, die Laster zertreten.
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Im Zentrum des mittleren Portals befindet sich eine Statue der Madonna, die von Propheten flankiert wird. Die Reliefs im Türgiebel stellen Szenen aus der Passion Christi dar.
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Das südliche (rechte) Portal der Westfassade ist mein Favorit: Die Statuengruppe rechts stellt drei tugendhafte Jungfrauen dar, die Christus folgen; die linke Statuengruppe drei törichte Jungfrauen, die einem weltlichen Verführer folgen (die Statue ganz links). Am Rücken des Verführers sind Schlangen und Kröten zu sehen, die seine unheilvolle Natur anzeigen.
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Südeseite des Münsters.
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Zwei Wasserspeier.
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Dieses Portal am südlichen Querschiff des Münsters wird ins frühe 13. Jahrhundert datiert und ist das älteste der Portale. Es ist noch im romanischen Stil ausgeführt. Die Statuen stellen die siegreiche Kirche (Ecclesia) links und die besiegte Synagoge rechts dar. Zwischen ihnen sitzt als Richter König Salomo.
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Die linke Statuengruppe am Laurentiusportal am nördlichen Querschiff des Münsters stellt die Anbetung der heiligen drei Könige dar. Die Statuen aus dem 16. Jahrhundert wirken beinahe schon barock.
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Die heiligen drei Könige sehen gut aus, aber der wahre Star auf diesem Foto ist der Wasserspeier.
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Blick vom Laurentiusportal auf den Turm des Münsters.
Es ist jetzt Mittag und das Münster ist für die Vorführung der astronomischen Uhr, für die ich leider kein Ticket mehr bekommen habe, geschlossen. Ich nutze die Zeit um die Plattform der Westfassade zu besteigen.
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Blick über das Kirchenschiff während der Aufstiegs auf die Plattform.
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Blick auf den Turm des Münsters von der Plattform der Westfassade. Der Turm selbst kann leider nicht bestiegen werden.
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Blick auf Straßburg.
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Blick vom Münster hinunter auf das Palais Rohan (mittig) und das Maison de l'Oevre Notre-Dame (die Münsterbauhütte, rechts). In beiden Gebäuden befinden sich heute Museen.
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Blick über das Münster während des Abstiegs von der Plattform.
Nachdem ich wieder unten bin sehe ich mir das Innere des Münsters an.
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Im Kirchenschiff des Straßburger Münsters.
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Diese Buntglasfenster aus dem 12./13. Jahrhundert stellen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Geschlecht der Ottonen dar.
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Blick auf die Fensterrose der Westfassade. Die hölzernen Bestandteile der Schwalbennestorgel rechts im Bild sind aus dem 14. Jahrhundert.
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Ein besserer Blick auf die Schwalbennestorgel.
Für mich das Highlight im Inneren des Münsters ist die astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert.
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Astronomische Uhr und sogenannter Engelspfeiler mit Darstellungen der Evangelisten auf der unteren und von Engeln und Christus auf den mittleren und oberen Ebenen.
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Frontaler Blick auf die astronomische Uhr.
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Luna und Sol (Mond und Sonne), Detail der astronomischen Uhr.
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Die Uhr zeigt auch den aktuellen Wochentag an (wichtig für Leute wie mich!), wobei jeder Tag von einer bestimmten Gottheit repräsentiert wird. Hier sehen wir den römischen Gott Saturnus, der für den Samstag steht (vgl. "Saturday" auf Englisch). Die Praxis jedem Wochentag eine Gottheit, die ebenfalls mit einem Himmelskörper korrespondiert, zuzuweisen reicht bis in die Antike zurück. Diana (die eng mit dem Mond assoziiert ist) steht für den Montag (Mond-Tag, die Assoziation ist auch im Italienischen und Französischen Lunedi/Lundi sehr deutlich). Mars repräsentiert den Dienstag (vgl. Martedi/Mardi auf Italienisch/Französisch), Merkur den Mittwoch (Mercoledi/Mercredi auf Italienisch/Französisch), Jupiter den Donnerstag (Giovedi/Jeudi auf Italienisch/Französisch), Venus den Freitag (Venerdi/Vendredi auf Italienisch/Französisch), und über Saturnus haben wir gerade gesprochen. Der Sonntag wird von Apollo repräsentiert, der für die Sonne steht.
Der Münsterplatz selbst beherbergt neben der Kathedrale noch einige andere interessante und beeindruckende Gebäude. Das berühmteste von ihnen ist wahrscheinlich das Maison Kammerzell aus dem 16. Jahrhundert, das über und über mit Schnitzereien bedeckt ist.
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Blick über den Münsterplatz auf das Maison Kammerzell. Tagsüber ist der Platz voller Menschen.
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Das Maison Kammerzell ist mit wunderschönen Schnitzereien verziert.
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Mehr Schnitzereien, mit dem Turm des Münsters im Hintergrund.
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Dieser sogenannte "Büchmesser" ("Bauchmesser") von 1567 besteht aus einer Säule, die 35 Zentimeter von einer Hausecke entfernt platziert ist. Wer nicht seitwärts gehend durch den Spalt passte wusste, dass es Zeit war abzunehmen.
Nach dem Münster widme ich den Rest meines Aufenthalts einigen Museen und dem Rest der Altstadt. Das wird das Thema des nächsten (und letzten) Blog-Posts über meinen Urlaub sein.
Während unseres zweitägigen Besuchs in Colmar spazieren wir durch die Altstadt, machen eine Bootsfahrt und besuchen einige Museen, darunter das Musée Unterlinden, das den berühmten Isenheimer Altar beherbergt.