Metz Teil 2: Musée de la Cour d'Or, Stadtbefestigungen, Jeanne d'Arc und noch mehr Kirchen

7 Juni 2026

Nachdem ich die Kathedrale von Metz bewundert habe besuche ich das nahegelegene Musée de la Cour d'Or, das sich der Geschichte der Stadt und der Region widmet. Es befindet sich teilweise in einer alten Kirche; der Eintritt ist frei. Das Museum ist riesig und die Ausstellung spannt einen Bogen über beinahe zwei Jahrtausende, von den Römern bis ins 19. Jahrhundert.

Dieser römische Grabstein aus dem 2. oder 3. Jahrhundert stellt eine Verkaufsszene in einem Juwelierladen dar. Das Museum hat eine große Sammlung römischer Gegenstände. An dem Ort wo sich heute das Museum befindet stand eine römische Badeanlage, deren Mauern in die Ausstellung integriert sind.
Der heilige Georg tötet den Drachen und rettet die Prinzessin; ihre Eltern beobachten die Szene von der Sicherheit der Burg aus. Der Fisch könnte andeuten, dass sich das Ereignis in der Nähe eines Sees oder Flusses abspielt. Das Relief stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Fragment einer bemalten Holzdecke aus dem Mittelalter mit Darstellung eines Mischwesens.
Fragment einer bemalten Holzdecke aus dem Mittelalter mit Darstellung von Mischwesen.
Hermann Hendrich, Lumière magique, 1892. Dieses Gemälde im Geiste der Romantik bezieht sich auf die Sage vom Fliegenden Holländer, einem Geisterschiff das dazu verdammt ist auf den sieben Weltmeeren zu segeln bis die Liebe einer jungen Frau den Kapitän erlöst.

Als das Museum schließt wandere ich weiter durch die Altstadt, trinke Craft-Bier und esse Flammkuchen in einem Park am Deutschen Tor und kehre schließlich ins Hotel zurück.

Auf dem Rückweg zum Hotel gehe ich über den Place Saint Louis, der abends voller Leute ist. Die Architektur der Gebäude und dass sich das Leben großteils draußen abspielt geben der Stadt ein mediterranes Flair.
Dieser Turm in der Nähe meines Hotels war ursprünglich Teil der Stadtbefestigungen, die mein Fokus für den nächsten Tag sind. Der Efeu gibt dem Turm ein märchenhaftes Aussehen.
Von meinem Hotelzimmer aus habe ich einen tollen Blick auf den Place Mondon.

Am nächsten Tag sehe ich mir das Deutsche Tor an, die letzte der mittelalterlichen Toranlagen, die heute noch steht. Es war so formidabel, dass der Festungsarchitekt Vauban, der die Stadtbefestigungen im 17. Jahrhundert erneuerte, es nicht abriss sondern in die neuen Fortifikationen integrierte. Ich spaziere dann entlang der Reste der Stadtmauern entlang der Seille durch eine nette Parklandschaft. Ich wusste nicht, dass noch so viel von den Stadtmauern erhalten ist.

Das beeindruckende Deutsche Tor umfasst eine befestigte Brücke über die Seille.
Bei diesem Turm ist das Gewölbe sichtbar. Die mittelalterlichen Stadtmauern bestanden ausf 67 Türmen und und 17 Toren. Viele Türme wurden von den Zünften unterhalten, was sich in der Benennung der Türme niederschlug.
Heute bietet ein Spaziergang entlang der Stadtmauer frische Luft und Schatten.
Dieses Tor hätte für einen Angreifer eine Herausforderung dargestellt.

Ich befinde mich jetzt nördlich der Altstadt und beschließe die nahegelegene Kirche Saint Ségolène und den Place Jeanne d'Arc zu besuchen. In den Jahren nach ihrer Hinrichtung 1431 behaupteten mehrere Frauen, Jeanne d'Arc zu sein, darunter Jeanne des Armoises, die in einem Haus an diesem Platz in Metz lebte. Daher kommt der Name des Platzes.

Place Jeanne d'Arc, mit Blick auf die Kirche Saint Ségolène. Ein netter, ruhiger Platz.
Das Portal von Saint Ségolène ist reich verziert. Die Kirche geht bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Relief mit Darstellung gerüsteter Männer am Kirchenportal.

Während meiner Besichtigung der Altstadt schaffe ich es auch, ein paar weitere Kirchen anzusehen: Saint Martin und Saint Eucaire, die beide Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert beherbergen, sowie Saint Maximin, wo sich romanische Architektur mit modernen Ausstattungselementen zu einer besonderen Atmosphäre verbindet.

Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert in der Kirche Saint Martin.
Der Altarraum von Saint Eucaire wird von Statuen von Jeanne d'Arc und dem Erzengel Michael flankiert.
Statue der Jeanne d'Arc in der Kirche Saint Eucaire. Am Sockel ist ihr Wappen zu erkennen.
Diese Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert in der Kirche Saint Eucaire stellt Maria Entschlafung dar.
Die eher einfache romanische Architektur und die modernen Elemente in der Kirche Saint Maximin harmonieren gut miteinander.
Modernes Glasfenster von Jean Cocteau, Saint Maximin.

Schließlich gehe ich über den Jardin de l'Esplanade zurück zum Hotel, hole mein Gepäck ab und begebe mich zum Bahnhof wo ich zur letzten Station meiner Reise aufbreche: Strasbourg.

Der Jardin de l'Esplanade ist ein großer, beeindruckender Park, allerdings mangelt es an Schatten.
Der Bahnhof von Metz wurde während der deutschen Herrschaft im späten 19. Jahrhundert errichtet. Damals hatte er den militärischen Zweck, rasche Truppenverschiebungen zu ermöglichen.

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