Basel Teil 2: Münster und Tinguely-Museum

3 Juni 2026

Wenn man sich die Basler Altstadt ansieht kann man das Münster natürlich nicht auslassen. Ich erinnere mich noch von vor 8 Jahren daran, und es beeindruckt mich wieder so wie beim ersten Mal. Unsere Zeitwahl ist ebenso gut: wir verbringen die heißesten Stunden rund um Mittag in der kühlen Kirche und auf den Türmen wo der Wind die Hitze mildert.

Blick auf das Basler Münster. Der rote Sandstein aus dem es erbaut ist gibt ihm ein besonderes Aussehen. Neben dem Hauptportal befinden sich Statuen des Heiligen Georg des Drachentöters und des heiligen Martin.
Das Hauptportal des Münsters ist mit vier Statuen geschmückt: Links die Stifter Kaiser Heinrich II und seine Frau Kunigunde, rechts ein Verführer und eine törichte Jungfrau (mehr über dieses Thema in einem zukünftigen Beitrag über meinen Aufenthalt in Strasbourg). Diese Anordnung stellt einerseits die Stifter prominent dar, andererseits kontrastiert sie das tugendhafte Paar mit einem lasterhaften und dient so als moralische Lektion.
Der heilige Georg tötet den Drachen. Rechts die Statue der Kaiserin Kunigunde am Hauptportal.
Der Münsterplatz ist riesig und beherbergt einige nette Fachwerkhäuser. Bäume spenden dringend benötigten Schatten.
Ein anderer Blickwinkel auf das Münster. Man sieht die Wendeltreppen über die man die Türme besteigen kann.
Das Nordportal des Münsters ist ebenfalls reich verziert und mit einem beeindruckenden Bronzetor ausgestattet.
Auf dieser Aufnahme sieht man gut wie reich das Nordportal verziert ist. Die beiden Männer lassen sich aufgrund der ihnen zugeordneten Tiere als die Evangelisten Markus und Lukas identifizieren: Löwe (Markus) und Stier (Lukas).
Auf der Ostseite des Münsters finden sich ebenfalls interessante Dekorationen wie diese Konsolen mit der Darstellung von Köpfen.

Eine Sache die ich sehr am Münster mag ist der Kreuzgang, den die Besucher betreten können.

Blick in den Kreuzgang.
Um diese Jahreszeit gibt es viel Grün im Kreuzgang.

Das Innere des Münsters ist verglichen mit anderen Kirchen recht nüchtern (es ist heute immerhin eine protestantische Kirche), aber es vermittelt auf seine Weise Schönheit und Ruhe. Und es gibt viele interessante Details zu bewundern.

Das Innere des Basler Münsters. Ich finde die moderne Orgel fügt sich gut ein.
Dieses Kapitell stellt einen Ritter dar, der gegen einen Drachen kämpft und versucht einen Kameraden, der schon halb in dessen Maul steckt, zu retten.
Glasfenster mit Darstellungen des letzten Abendmahls und der Kreuzigung.
Detail von einem anderen Kapitell. Der Mann sieht nicht sehr glücklich aus.

Besonders die Holzschnitzereien im Chorgestühl haben es mir angetan.

Ein Meerweib.
Eine Kampfszene.
Mischwesen mit Musikinstrumenten.

Wir besichtigen auch die Krypta, wo wir die Kühle genießen und mittels einer Multimedia-Präsentation etwas über die Baugeschichte der Kirche lernen.

Anbetung der heiligen drei Könige, Deckenfresko in der Krypta des Basler Münsters.
Tiere, Menschen und Mischwesen auf einem Fries in der Krypta des Basler Münsters.

Nachdem wir das Innere des Münsters erkundet haben besteigen wir die Türme. Zuerst klettern wir durch das Gebälk und bewundern eine der Kirchenglocken.

Wenn man zu den Türmen hochsteigt kann man diese imposante Glocke aus der Nähe bewundern.

Wir erreichen zuerst die Plattform, die beide Türme verbindet und steigen dann zuerst auf den einen, und dann den anderen Turm. Es ist unglaublich die gotische Architektur von so nahe sehen zu können. Die Aussicht ist ebenfalls sehr schön.

Blick über den Kreuzgang auf den Rhein und Basel. Die weißen Türme Mitte-links sind der Sitz der Roche Holding, des weltgrößten Pharmakonzerns.
Blick vom Sankt Martins Turm zum Sankt Georgs Turm. Links erkennt man den Turm des Rathauses. Man beachte auch die Wasserspeier.
Das Münster hat ein schönes Dach. Man kann auch einen näheren Blick auf die Wasserspeier werfen. Links sieht man die Rinne für das Regenwasser an der Oberseite des Wasserspeiers.
Wir sind schon ziemlich hoch oben.
Auf diesem Architekturelement finden sich Darstellungen eines Waschbären und einer Maus. Es ist modern, von 2006. Scheinbar haben die heutigen Steinmetze der Münsterbauhütte etwas von der Verspieltheit ihrer mittelalterlichen Vorgänger geerbt. Wir befinden uns hier so ziemlich am höchsten Punkt des Turms.
Dieser Wasserspeier stellt einen Drachen dar und wurde um 1420 herum erschaffen. Im Münster kann man 3D-gedruckte Kopien dieses und dreier anderer Wasserspeier als Kühlschrankmagneten erwerben. Jetzt ziert ein Drache zuhause unseren Kühlschrank.
Noch ein netter Blick über die Stadt.
Auch auf den Türmen gibt es Mischwesen ... 
... und einen Engel.

Nachdem wir das Münster besichtigt haben spazieren wir weiter durch die Altstadt. Am Abend kehren wir in das Münster zurück wo wir uns ein Orgel- und Flötenkonzert anhören. Der Verein "Orgelkonzerte im Basler Münster" organisiert diese Konzerte; der Eintritt ist frei. Das Konzert ist eine großartige Erfahrung und sicherlich eine Spende wert.

Am nächsten Tag muss die Freundin, mit der ich ab Innsbruck gereist bin, wieder abreisen. Wir entscheiden das Jean Tinguely Museum zu besuchen, weil es eine sehr spezielle Erfahrung ist. Außerdem wollen wir Rheinschwimmen, und der Ausgangspunkt dafür befindet sich an einem kleinen Strand unweit des Museums. Dort packt man seine Sachen in einen wasserdichten Sack (einen sogenannten "Wickelfisch") und schwimmt dann den Rhein hinunter, bzw. kann man sich auch einfach von der Strömung treiben lassen. Dabei schwimmt man durch das Zentrum von Basel.

Totentanz im Jean Tinguely Museum.
Ein Raum im Museum ist einigen sehr großen Werken des Künstlers gewidment.

Wir finden im Museum auch einen Entwurf für den Fastnachtsbrunnen in der Basler Altstadt, den ich bei unserem Rundgang gefilmt habe (siehe meinen vorigen Blog-Post).

Entwurf für den Fastnachtsbrunnen in Basel von Jean Tinguely.

Nachdem wir uns das Museum angesehen haben schwimmen wir zurück zur Wohnung und trinken Kaffee und essen Kuchen bevor meine Freundin zum Bahnhof aufbricht. Ich bleibe eine Nacht länger und kann den Blick vom Balkon etwas länger genießen. Am nächsten Tag brechen meine Gastgeberin und ich nach Colmar auf, das wir uns gemeinsam ansehen. Danach werde ich alleine weiterreisen.

Sonnenuntergang am Balkon.

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